September 20, 2010
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This blog focuses mainly on my hometown Frankfurt and partly on Barcelona, San Sebastián and every other place in ths world I've ever visited. It's about literature, food culture, (street) art, celebrities and other everyday observations. ~ All of the pictures were taken by me. Please don't use them without my permission ~
Monday, April 30, 2012
Sunday, April 29, 2012
David Browne - Goodbye 20th Century: Die Geschichte von Sonic Youth
Bewertung: 6 von 9 Punkte
Manhatten Anfang der
80er, zu Beginn der Gentrifizierung. Das East Village ist wie viele
andere Stadtteile von Gewalt und Prostitution geprägt. Doch hier
geschieht noch etwas anderes: Eine alternative Musikkultur entwickelt
sich – zu ihren Vorreitern gehört die Band Sonic Youth.
Inhalt
Sonic– wer? Sonic Youth
ist das Protobeispiel einer Band, die mehr als ein Mal am Durchbruch
gekratzt, ihn aber nie wirklich erreicht hat, einer Band, die der
Wegbereiter für andere, bekanntere Gruppen gilt und deren Name der
großen Masse trotzdem nicht geläufig ist.
Diese ausführlich
recherchierte Biographie des Musikjournalisten David Browne umfasst
beinahe die gesamte Karriere Sonic Youths, von den Anfängen im
schäbigen New York zu Beginn der Achtziger über den versuchten
Ausflug in die Promiwelt in den Neunzigern, dem Crash des World Trade
Centers bis hin zum älter werden der Musiker. Aber die ganze Story
Sonic Youths findet man nicht in dem Buch, denn trotz der über drei
Jahrzehnte umfassenden Bandkarriere existiert die Gruppe nämlich
immer noch.
"Goodbye 20th
Century" ist benannt nach einem der neueren Alben. In dem Buch
geht es um viel mehr als "nur" Sonic Youth. Es wird ein
bestimmer Zeitgeist beschrieben und die newyorkinische Subkultur der
80er und 90er beleuchtet. Viele bekannte Gesichter finden sich in
dieser Biographie: Keanu Reeves, ein großer Fan, Chloë Sevigny, die
ihre Schauspielerkarrie in einem der Videos startete,
Schriftstellergrößen wie William S. Burroughs und Musikerkollegen
wie Neil Young, die Beastie Boys oder Beck. Die wichtigste Rolle
jedoch spielen wohl Kurt Cobain und Courtney Love. Dank einer
Empehlung Sonic Youths wurden Nirvana von dem Majorlabel Geffen, das
"Nevermind" vertrieb, überhaupt erst entdeckt und dem
breiten Publikum bekannt gemacht.
Die Geschichte Sonic
Youths ist also mehr als die einer Band. Es ist die Geschichte der
New Yorker Musikszene und der rasanten Entwicklung des Popbusiness
der letzten Jahrzehnte.
Doch obwohl die
Nebenfiguren den Mainstreamhörern geläufiger sind als Sonic Youth
selbst, ist auch ihre Karriere höchst interessant. Anders als im
typischen Rock 'n' Roll-Lifestyle erwartet gibt es hier keine Exzesse
- keine Alkohol- und Drogensüchtige, keine wechselnden Affären,
kurzum, nichts, was einem klischeehafterweise bei dem Terminus
"Rockband" durch den Kopf schiessen würde. Klingt
langweilig, ist es aber glücklicherweise nicht, höchstens ein
bisschen unglamourös. Aber genau das macht sie besonders. Die
Biographie beschreibt das Leben der Mitglieder von der Kindheit an
und dann detaillierter ab der Gründung; die Probleme, einen
Schlagzeuger zu finden, auf Tours irgendwo auf dem Boden schlafen,
die Ungewissheit, wie man das nächste Album finanzieren soll bis hin
zum Höhepunkt, der nie ein Höhepunkt wurde: Dank des Grungehypes
formierte sich auch um die Avantgardeband Sonic Youth eine gewisse
Fanbase, am Ende jedoch scheitert sie an der Exzentrik ihrer eigenen
Musik. Schliesslich findet sich die Band damit ab, nie weltberühmt
zu werden und macht einfach ihr eigenes Ding, die Musik, die ihnen
gefällt. Die zahlreichen Privat- wie Konzertphotos untermalen die
Entwicklung visuell.
Review
"Goodbye 20th
Century" ist, wie oben schon erwähnt, mehr als nur die
Geschichte einer einzigen Band. Es ist eine richtige Chronik, die
detailverliebt die Entstehung einer unkonventionellen Kultur
schildert. Zumindest ein kleines bisschen Vorkenntnisse sollte der
Leser allerdings haben, sonst wird er von der Fülle an Namen der
Bands und Menschen im Umfeld Sonic Youths geradezu erschlagen.
Schön ist zu sehen, wie
die interne Dynamik funktioniert: Anders als in den meisten Gruppen
gibt es nämlich keinen Leader, die Entscheidungen werden
demokratisch getroffen, die Musik gemeinsam gemacht - und das, obwohl
zwei der Mitglieder heiraten und ein Kind bekommen. Sonic Youth mit
ihren oft nur notdürftig zusammengeflickten Gitarren sind und
bleiben somit eine "down-to-earth"-Band, fern jeglicher
Extravaganz und Allüren, die so viele andere in ihrer Branche
besitzen.
Ein interessanter Aspekt
ist der Kampf der Band mit sich selbst, als das Angebot von mehreren
Majorlabels vorliegen. Soll man unterschreiben und seine
Underground-Credibility verlieren? Bedeutet die Plattenfirma wechseln
eine Weiterentwicklung oder verkauft man sich lediglich selbst?
Letztendendes entscheiden sich Sonic Youth für diesen Schritt und
beweisen, dass die schmale Gratwanderung zwischen authentisch, aber
arm und sell-out zu bewerkstelligen ist
Leider liegt der
Schwerpunkt des Buches etwas zu sehr auf der Businessseite und
erklärt zu wenig die Musik und die Lieder, um die es mehr gehen
sollte. Zwar werden die Alben und Songs schon besprochen, oftmals
jedoch nur aus der Perspektive des Fans. Genauere Erklärungen zur
Entstehungsgeschichte und Bedeutung gibt es, aber nicht genug und vor
allem nicht tiefgehend genug. Auch eine Diskographie fehlt leider.
Dennoch ist die
Geschichte der Band gut dargelegt. Diese Biographie ist nicht nur
informativ für Sonic Youth-Fans (dafür wär der Markt vor allem
hier in Deutschland vielleicht auch etwas zu klein), sondern für
jeden, der sich für Rockmusik interessiert. Nach der Lektüre kann
man sich getrost Experte für die Indieszene New Yorks nennen.
Der große Negativpunkt
des Buches sind die sprachlichen Schnitzer, die nicht wenigen,
deplatziert und abgehackt wirkenden Sätze, die den Lesefluss
beeinträchtigen. Ich gehe indes stark davon aus, dass dies an der
Übersetzung liegt und empfehle somit jedem, der dem Englischen
halbwegs mächtig ist, die Originalversion zu kaufen.
Fazit
Eine empfehlenswerte
Biographie, die hier vor allem aufgrund der mangelhaften Übersetzung
Abzüge erhält. Also: einfach im Original lesen und geniessen!
"Die einzige
Möglichkeit, mehr Platten zu verkaufen, besteht darin, dass wir uns
auflösen", sagte Moore [...]. "Oder einer von uns stirbt",
fügte er hinzu.
Ursprünglich geschrieben und veröffentlicht auf myFanbase.de
Friday, April 27, 2012
San Sebastián - Bars
Tell me if I'm wrong, but if I recall correctly, Donostia is the city with the most bars per person in whole Europe - the Basque just love to spend all of their free time outside drinking Zurrito (really small beer) and eating Pintxos (see below)
Just in front of the Zurriola beach lies the Ondarra Bar. It's THE in-spot for surfers and the cool crowd of Donosti.. it's a bit rustic and familiar with really nice people.
In the cellar of Ondarra is the disco 16bis
Etxekalte is located at the port of Donosti and a famous and well visited Jazz Club
This is the inside of the Bar Kursaal, close to but not inside the Kursaal cubes. Here you can see the decoration for one of the annual Zinemaldias (the local but famous Film Festival)
This used to be Leize Gorria, the red cave, but sadly it closed its doors in 2011. It was the most grungy, alternative, a bit dirty and anarchist place in the whole city with many live concerts.
Don't steal or lie to the governments because they don't like the competition
Le Bukowski is in the quarter Egia. There are many really good live concerts; it's really basque and alternative and no-one minds if you smoke pot inside
Juantxo is the most known place to get a good but cheap bocadillo (a typical Spanish sandwich normally made of baguette). It's always full of people ordering food they usually take outside; at special events as the Jazz Festival or one of the other festivities it's nearly impossible to get in. And you should now some euskera because the waiters tend to ignore the Spanish language
Inside Juantxo: The bar is stuffed with Pintxos. Pintxos is the most typical thing of Donosti (and the whole Basque country, but mostly Donosti). It basically is a peace of bread with some ham oder fish or something on top. The Donostiarra take this pretty seriously: there are many competitions and people get really creative to overtrump each other
This bar is close to the famous Maria Cristina hotel where during the Zinemaldia nearly all of the stars reside. The walls are covered with pictures and autographs of the actors who visited this small café.
Another bar with pintxos. In every bar you can either take a plate and choose some of the cold ones or you ask the waiter for "pintxos calientes" directly from the kitchen
Wednesday, April 25, 2012
Quotes
Life can only be understood backwards; but it must be lived forwards.
Man soll das Leben vorwärts leben und rückwärts interpretieren.
Søren Aabye Kierkegaard
Monday, April 23, 2012
San Sebastián - La Concha
Out of the three beaches in Donosti, La Concha bay with its length around 1,5 km is the most famous one. Below the promenade is the well known and fancy disco Bataplán.
As you can see it gets pretty crowded in summer
The Monte Igeldo
Beautiful lanterns at the promenade
There's the town hall
La Perla restaurant
Sunday, April 22, 2012
Quotes
Everything that happens once can never happen again. But everything that happens twice will surely happen a third time.
Saturday, April 21, 2012
Luminale II
Luminale Vol. I
Und noch 'ne Ladung...
Am Römer
MyZeil
Futuristische Gebilde vor der Börse
Hauptwache
Mein persönlicher Favorit: Das Literaturhaus
Und noch 'ne Ladung...
Am Römer
MyZeil
Futuristische Gebilde vor der Börse
Hauptwache
Mein persönlicher Favorit: Das Literaturhaus
Friday, April 20, 2012
Theplacetobe
ThePlaceToBe
Montag - Donnerstag 12:00 - 01:00
Freitag + Samstag 12:00 - 02:00
Die Wohnzimmerkneipe Theplacetobe mitten in der Frankfurter Innenstadt wird bevölkert von meinen "heißgeliebten" HfG-Studenten-Slash-Wannabe-Berlinern. Nichtsdestotrotz ist es eine wirklich nette Alternative zum Café Karin (wenn dies wieder mal voll ist oder man einfach eine etwas barigere Atmosphäre erwünscht) und vor allem natürlich zu Spießerbars wie dem benachbartem Walden. Die Inneneinrichtung ist recht originell und bunt, mit vielen Blumen und Farben, das Publikum wie erwähnt sehr szenig, aber zum Glück nicht zu aufdringlich it-mäßig und die Getränkekarte recht umfangreich. Auch der Außenbereich ist wirklich nett gestaltet mit zusammengewürfelten, oft auch schon sehr zerschlissenen Möbelstücken.
Wer eine Kleinigkeit essen möchte, kann sich an die zumeist freundlichen Barkeeper wenden, die dann ins benachbarte (und eigentlich schon geschlossene) Souper sausen und schnell eine schmackhafte Suppe vorbereiten.
Montag - Donnerstag 12:00 - 01:00
Freitag + Samstag 12:00 - 02:00
Die Wohnzimmerkneipe Theplacetobe mitten in der Frankfurter Innenstadt wird bevölkert von meinen "heißgeliebten" HfG-Studenten-Slash-Wannabe-Berlinern. Nichtsdestotrotz ist es eine wirklich nette Alternative zum Café Karin (wenn dies wieder mal voll ist oder man einfach eine etwas barigere Atmosphäre erwünscht) und vor allem natürlich zu Spießerbars wie dem benachbartem Walden. Die Inneneinrichtung ist recht originell und bunt, mit vielen Blumen und Farben, das Publikum wie erwähnt sehr szenig, aber zum Glück nicht zu aufdringlich it-mäßig und die Getränkekarte recht umfangreich. Auch der Außenbereich ist wirklich nett gestaltet mit zusammengewürfelten, oft auch schon sehr zerschlissenen Möbelstücken.
Wer eine Kleinigkeit essen möchte, kann sich an die zumeist freundlichen Barkeeper wenden, die dann ins benachbarte (und eigentlich schon geschlossene) Souper sausen und schnell eine schmackhafte Suppe vorbereiten.
An der Theke selbst gibt's Süßigkeiten für 10 Cent das Stück (erinnert mich ans StilBruch..) zum Selbernehmen und -bezahlen, netterweise ohne Kontrolle sondern auf Vertrauensbasis, und einzelne Zigaretten für die Wenigraucher für 40 Cent die Kippe.
Einziges Manko ist, dass trotz vieler Getränke die Bierauswahl gen Null geht. Außer Beck's und Beck's Gold für 2,50 € die Flasche gibt es nur noch Berliner Weiße mit Waldmeistergeschmack - wer's mag... - und das war's dann leider auch schon.
Fazit: Minuspunkt Bier, aber Beck's ist ja zum Glück immer trinkbar, sonst wunderbar zentral gelegen, sehr in aber nicht zu aufgesetzt sondern eher atmosphärig, im allgemeinen eine wirklich nette, gemütliche Bar, die man immer wieder gerne besucht!
Ein paar Photos sind leider etwas dunkel, aber man kann's erkennen: Die Süßigkeiten
Wandmalerei
Selbst die (Unisex!-)Toiletten sind ein Hingucker
Follow the white rabbit...
Die Maus mit Rädern; der beste "Stuhl" im ganzen Laden!
Ein paar Photos sind leider etwas dunkel, aber man kann's erkennen: Die Süßigkeiten
Wandmalerei
Selbst die (Unisex!-)Toiletten sind ein Hingucker
Follow the white rabbit...
Die Maus mit Rädern; der beste "Stuhl" im ganzen Laden!
Thursday, April 19, 2012
Paul Piers Read - Alive: The Story of the Andes Survivors
Bewertung: 9 von 9 Punkten
Stell dir vor, du und
deine Freunde stürzen mit dem Flugzeug ab, es überleben sogar
einige. Um dich herum ist nichts außer Schnee und Steine. Das
bißchen mitgeführte Schokolade ist trotz strengster Rationierung
schnell aufgebraucht. Was machst du?
Inhalt
Was anklingt wie ein
übertriebener Hollywoodstreifen, ist tatsächlich passiert: Am 13.
Oktober 1972 stürzte der von einer uruguayanischen Rugbymannschaft
gecharterte Flieger "Fairchild" samt Passagieren in einer
der unwirtlichsten Gegenden der südamerikanischen Anden ab. An Bord
sind außer der Mannschaft Familienangehörige, Freunde und die
Flugzeugcrew, insgesamt 45 Menschen. Bedingt durch das Wetter, starke
Winde und Schneefall und die bis heute unverständliche
Miskalkulation der Strecke kommt es zu dem Drama. Während des
Unfalls und in der Nacht darauf sterben 17 Menschen. Der Rest ist
konfrontiert mit den Umständen, die sie vorfinden: Verletzungen, die
nicht ausreichend versorgt werden können, eiskalten Temperaturen und
nicht genug Kleidung, keine Möglichkeit, mit der Außenwelt Kontakt
aufzunehmen und der schnell schwindende Proviant. Als sie nach
einigen Tagen im Radio hören, dass die Suche nach ihnen eingestellt
wird, wissen sie, dass sie sich nur aus eigener Kraft aus der
Situation befreien können. Das größte Problem ist offensichtlich:
Um die Anden bezwingen zu können, benötigt man Energie, doch ohne
Essen ist dies unmöglich. Das einzige Nahrungsmittel weit und breit
sind jedoch die Körper ihrer toten Freunde...
Kritik
Insgesamt 72 Tage dauerte
dieses – euphemistisch ausgedrückt – Abenteuer in den Anden, bis
die letzten 16 Überlebenden gerettet wurden. Kurz danach bekam die
Presse Wind davon, was die Jungs in der Cordillera,
der Gebirgskette zwischen Chile und Argentinien, essen mussten.
Sensationsheimschende Artikel über Kannibalismus wurden weltweit
publiziert. Um jeglichen Gerüchten und Spekulationen ein Ende zu
bereiten, beschlossen alle 16 zusammen, dass ein Buch geschrieben
werden sollte und wählten für diese schwierige Aufgabe den
Engländer Piers Paul Read aus, der genauso wie sie tief religiös
war. Read interviewte alle Überlebenden sowie deren Familien und
Freunde, um Stück für Stück das Puzzle zusammenzusetzen. Obwohl
sich zuerst alle im Buch als zu negativ beschrieben empfanden, wurde
es weltweit ein großer Hit und von den Kritikern hoch gelobt.
Read
schafft es auf einfühlsame Weise, die Geschichte in den Anden zu
beschreiben. Dabei werden die Jungs nicht heroisiert, sondern
realistisch und menschlich dargestellt. Während ein paar von ihnen
ruhig und optimistisch bleiben, sind die meisten streitlustig oder
weinerlich. Der Autor übertreibt weder im positiven noch im
negativen die Charaktereigenschaften, sondern versucht, so nah wie
möglich an der Wirklichkeit zu bleiben und macht für den Leser die
Story dadurch sehr nachvollziehbar.
Aber
nicht nur die die Ereignisse in der Cordillera
werden ausführlich beschrieben, sondern auch die verzweifelten
Versuche ihrer Angehörigen, nachdem die Behörden längst aufgegeben
haben, ihre Kinder doch noch zu finden. Dabei werden irrationale
Mittel wie die Befragung von Wahrsagern genauso in Anspruch genommen
wie auf eigene Faust organisierte Ausflüge zur vermuteten Stelle des
Absturzes.
Wirklich
angenehm ist vor allem, dass Read die Momente des Kannablismus' so
nüchtern wie möglich beschreibt. Das Fleisch wird nur als "flesh"
beziehungsweise "meat" bezeichnet und fast nie fügt er die
nähere Beschreibung "human" davor. Auch die wenigen
Situationen, die detaillierter erläutert werden, sind in keinster
Weise sensationell sondern pragmatisch und wissenschaftlich.
Ansonsten wird darauf nicht tiefergehend eingegangen, der Leser
erfährt zum Beispiel nicht, wessen Körper gerade verwendet wird
oder ähnliche Details. Doch aller vorsichtigen Beschreibungen zum
Trotz gibt es trotzdem einige Stellen, in denen sich selbst den
Empathie- und Phantasielosen die Haare im Nacken aufstellen.
Der
Fokus des Buches liegt jedoch glücklicherweise mehr auf den
Überlebenden selbst. Es ist interessant zu sehen, welche sozialen
Hierachien und Strukturen sich herausbilden, wer schnell zu Anführern
und Respektpersonen wird und wer durch lethargisches Verhalten eher
als "Parasit" von den anderen angesehen wird. Nach
anfänglichem Chaos bilden sich Gruppen mit unterschiedlichen
Aufgaben heraus: Die einen putzen ihren Schlafplatz, das
Flugzeugwrack, andere sind für das Schmelzen des Schnees zuständig
und wieder andere für die Zubereitung des Essens. Da "Alive"
ein reiner Erzählungsbericht ist, bekommt man von den inneren
Gemütszuständen nicht so viel mit. Nando Parrado, der heimliche
Held der Truppe, veröffentlichte im Jahre 2006 ein Buch, das die
Geschichte aus seiner persönlichen Perspektive beschreibt. Bei Read
müssen wir uns mit nach außen gewandten Gefühlsregungen begnügen,
so zum Beispiel die zahlreichen Streitereien, die ebenso schnell
wieder beendet werden, wie sie angefangen haben, weil alle wissen,
dass sie zusammen halten müssen, wenn sie Überleben möchten.
Fazit
Obwohl
ich selbst eigentlich absolut nicht auf Katastrophenromane oder
-filme stehe, ist dieses Buch wirklich höchst außergewöhnlich. Vor
allem die Authenzität macht das Buch zu dem, was es ist. Paul Piers
Read schreibt außerordentlich packend und selbst die Stellen, in
denen es um Gott, Glauben und die daraus geschöpfte Stärke geht,
sind für unreligoiöse Menschen wie mich nachvollziehbar.
Nicht
die Art der Ernährung, sondern die soziologischen Strukturen dieser
Minigesellschaft und die psychologischen Auswirkungen der Strapazen
machen dieses Buch so besondes. Mutmachend ist auch, dass es möglich
ist, in auswegslosen Situationen über sich hinauszuwachsen, wie es
die Überlebenden der "Fairchild" beweisen.
"Alive"
ist ein verstörend spannendes Buch, das durch den wahren Hintergrund
noch fesselnder wird.
"Hey,
boys," he shouted, "there's some good news! We just heard
in on the radio. They've called of the search." [...]
"Why
the hell is this good news?" [...]
"Because
it means," he said, "that we're going to get out of here on
our own."
Wednesday, April 18, 2012
Luminale 2012
Zwischen dem 15. - 20. April findet die diesjährige Luminale statt; hauptsächlich in Frankfurt, aber auch in Mainz, Offenbach und Umgebung. Zahlreiche Gebäude werden mit eigenen Lichtinstallationen "illuminiert".
luminale.de - Informationen, vor allem über Bus- und Straßenbahnlinien zu den verschiedenen Orten
Diese historische Straßenbahn genannt "Luminale-Express" fährt abends stündlich die einzelnen Stationen ab, Start- und Zielpunkt ist die Messe (wie hier auf dem Bild); der Bus fährt zum Glück öfter, nämlich alle 10 Minuten
Wasser und Farben im Palmengarten
Im Gewächshaus
Geburt und Sterben dieser... Quallenblumen? Sehr schöne Installation
Unglaublich: ein holländisches Pärchen klebt jeden dieser Löwenzahnsamen einzeln (!!) auf die LEDs. Da sie das schon seit sieben Jahren betreiben, sind sie schneller geworden: während sie früher für eine Lampe den ganzen Tag brauchten, sind's heute "nur" noch vier Stunden... Wahnsinn!
Zahlreiche Banken erstrahlen am Opernplatz in abwechselnden Farbtönen
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