Sonntag, 30. September 2012

San Sebastián - Isla de Santa Clara

To call Santa Clara an "island" surely seems like an euphemism... but if you're in Donosti in summer time and a bit bored, don't hesitate to go there! You have to catch a small ferry on the port which leaves every 30 minutes; the ride only takes a few minutes. Being on the island you can see the whole Bahía of La Concha (and Ondaretta) perfectly. There's not much you can do there: take a look around, enjoy the sunshine, maybe take a swim and that's about it but it's still pretty enjoyable.

Ferry service: june 1 - september 30; 10:00 - 20:30
Round trip: 3,60 €

From the island: Monte Igeldo


Enjoying the sun

The "ferry"


The port

Isla de Santa Clara

The island (with the Monte Igeldo in the back) in winter

Mittwoch, 26. September 2012

Fussballhimmel

FC Barcelona, Manchester United – nach dem tollen Saisonstart ertappen sich selbst die vorsichtigsten der Eintrachtfans, wie die Gedanken zu internationalen Namen abschweifen. Noch nie hat ein Aufsteiger eine Serie von vier Siegen in vier Spielen erbracht. Und ganz Eintrachtuntypisch ist auch die Moral, mit der Rücklagen gegen Leverkusen oder Dortmund gedreht wurden. Das Fußballerische stimmt auch: die Siege kommen nicht durch Glück, sondern Können und Kampfgeist zu Stande. Das letzte Mal, dass die Eintracht so stark war, das war doch Anno... ach, geben wir's zu, die meisten von uns waren kaum auf der Welt. Aber trotzdem muss die Euphorie vorerst noch gebremst werden, denn erinnern wir uns an die Saison vor zwei Jahren, als unsere SGE nach einer starken Hinrunde abstieg.
Jetzt aber geniessen wir diese neu erwachte Fußballleidenschaft in unserer Heimatstadt und verabschieden uns mit einem lauten „Ätschibätschi!“ an die Spieler, die der Eintracht den Rücken kehrten, für diese Woche.

Orange Beach (english version)

Orange Beach is locally known and beloved by locals  but since it’s far from the city centre tourists usually don’t stumble across this marvelous place. It’s a pretty iconic as ironic location – they call themselves “the second nicest hiding-place under the sun”.
So what exactly is the Orange Beach? It’s something in between a beer garden, a kiosk (or “Wasserhäuschen” as we call it in Frankfurt) and a living room just beneath the banks of our river Main. The atmosphere is really cozy and familiar and every time the football team Eintracht Frankfurt plays loads of people gather around to root for them and if you’re lucky enough you might get a chance to stroke the cat strolling around as well.
At Orange Beach they offer a huge variety of different beers or unknown non-alcoholic drinks as for example “herbert”; the guests are a strange mix between young and alternative and old and poor. They sell some stuff for “the little hunger” as we Germans would say, too, like several kinds of sausages. The prices for the beverages and the food are really low since the Orange Beach is not like a normal bar.
So, grab a bike, go on a nice ride close to the river and refresh yourself later at this strange place!
 
 

Dienstag, 25. September 2012

Orange Beach

Gutleutstraße 371 (am besten mit dem Fahrrad zu erreichen)
Homepage
Di - So: ab 13:00 bis mindestens 21:00, wenn nicht länger
Anfahrt am besten mit dem Bike, sonst siehe Homepage

Ganz unzurückhaltend aber mit zwinkernden Auge bewirbt das Orange Beach sich auf der Homepage als "das zweitschönste Versteck unter der Sonne" (was ist denn das schönste?). Unrecht haben die Macher der Site nicht: das Orange Beach hat zwar nicht viel von Strand, liegt aber direkt am Wasser und ist definitiv einen Besuch wert. Die Anfahrt empfiehlt sich mit dem Fahrrad am Mainufer entlang. Wer zentral in Frankfurt wohnt, muss zwar ein gutes Stück gen Griesheim fahren, aber nach gelungener Arbeit schmeckt das Bier eh doppelt so gut. 
Eigentlich ist das Orange Beach ein Wasserhäuschen (oder auch "Büdchen") mit Vorbau, in dem Fußball läuft und Anbau, wo die Würstchen brutzeln. Davor stehen einige Bierbänke, Stehtische und am Mainufer gibt es zusätzliche Tischchen. Wirklich spektakulär ist hier nichts, aber das ist auch gut so. Das unprätentiöse Häuschen ist gut besucht an dem sonnigen Sonntag, die Stimmung relaxt (die Eintracht ist am gewinnen) und die Gäste, größtenteils betuchteren Alters aber sehr alternativ, sind allesamt freundlich.
Inneneinrichtung kann man die bunt zusammengewürfelten, genagelten, gestopfen Skurrilitäten und Artefakte zwar nicht nennen, aber zu entdecken gibt es immer was. Im eigentlichen Kiosk befinden sich zahlreiche Kühlschränke, in denen es viele verschiedene Biersorten zur Auswahl gibt. Wir entscheiden uns aber erstmal für "Herb-ert" für 1,60 €, einer Art Bionade, die laut Etikett aus Frankfurt kommt. Mir persönlich ist das Getränk doch etwas zu süß, also wird die nächste Runde dann doch Astra-Bier. Drinnen flachse ich ein bißchen mit dem Verkäufer mit schwäbisch-alemannischem Akzent, der mit daraufhin die beiden "Herzchen" (also die Astras) ausgibt. Nett! Sonst kostet eine Flasche erschwingliche 1,50 €. Auch die Würstchen für 2,20 € sind lecker und der Würstchenverkäufer genauso gut gelaunt wie alle anderen. Draußen läuft leise kommerzielle Salsamusik und endgültig gewinnt mich das Orange Beach, als ich die Beachkatze entdecke, die mit den Besuchern schmust.

Fazit: Ziemlich weit weg, aber wirklich klasse! Alternatives Publikum, Preise maximal auf Berliner Niveau, immer was zu entdecken und einfach cool - Orange Beach, mindestens der zweitschönste Platz in Frankfurt!


Fenster vom eigentlichen Kiosk zu den Eintrachguckern im Vorbau










(war dann doch schon etwas dunkel) da steht: Cupstadt - Downtown Griesheim

Schokobären...

...für die Zeit, in der es selbst Rewe zu pervers ist, Schokohasen und Schokonikoläuse zu verkaufen...?


Montag, 24. September 2012

Quotes

Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne. Der Mann überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen. „Es ist möglich,“ sagt der Türhüter, „jetzt aber nicht.“ Da das Tor zum Gesetz offen steht wie immer und der Türhüter beiseite tritt, bückt sich der Mann, um durch das Tor in das Innere zu sehen. Als der Türhüter das merkt, lacht er und sagt: „Wenn es dich so lockt, versuche es doch trotz meines Verbotes hineinzugehen. Merke aber: Ich bin mächtig. Und ich bin nur der unterste Türhüter. Von Saal zu Saal stehen aber Türhüter, einer mächtiger als der andere. Schon den Anblick des Dritten kann nicht einmal ich mehr ertragen.“ Solche Schwierigkeiten hat der Mann vom Lande nicht erwartet; das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein, denkt er, aber als er jetzt den Türhüter in seinem Pelzmantel genauer ansieht, seine große Spitznase, den langen, dünnen, schwarzen tartarischen Bart, entschließt er sich doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt. Der Türhüter gibt ihm einen Schemel und läßt ihn seitwärts von der Tür sich niedersetzen. Dort sitzt er Tage und Jahre. Er macht viele Versuche eingelassen zu werden und ermüdet den Türhüter durch seine Bitten. Der Türhüter stellt öfters kleine Verhöre mit ihm an, fragt ihn über seine Heimat aus und nach vielem andern, es sind aber teilnahmslose Fragen, wie sie große Herren stellen, und zum Schlusse sagt er ihm immer wieder, daß er ihn noch nicht einlassen könne. Der Mann, der sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet hat, verwendet alles, und sei es noch so wertvoll, um den Türhüter zu bestechen. Dieser nimmt zwar alles an, aber sagt dabei: „Ich nehme es nur an, damit du nicht glaubst, etwas versäumt zu haben.“ Während der vielen Jahre beobachtet der Mann den Türhüter fast ununterbrochen. Er vergißt die andern Türhüter und dieser erste scheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in das Gesetz. Er verflucht den unglücklichen Zufall, in den ersten Jahren rücksichtslos und laut, später als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin. Er wird kindisch und da er in dem jahrelangen Studium des Türhüters auch die Flöhe in seinem Pelzkragen erkannt hat, bittet er auch die Flöhe ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen. Schließlich wird sein Augenlicht schwach und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muß sich tief zu ihm hinunterneigen, denn der Größenunterschied hat sich sehr zu ungunsten des Mannes verändert. „Was willst du denn jetzt noch wissen?“ fragt der Türhüter, „du bist unersättlich.“ „Alle streben doch nach dem Gesetz,“ sagt der Mann, „wieso kommt es, daß in den vielen Jahren niemand außer mir Einlaß verlangt hat?“ Der Türhüter erkennt, daß der Mann schon an seinem Ende ist und, um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: „Hier konnte niemand sonst Einlaß erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.“
 
 
Kafka - Proceß

Sonntag, 16. September 2012

Kneipenweisheiten

Wollte man (also ich) alle Geschichten, die einem beim Kellnern so passieren, aufschreiben, es würde ein dickes Buch füllen. Heute erzähl ich euch einen Schwenk aus dem Gastroleben, da es sich hier nicht um eine kuriose Anekdote handelt, ich euch vielmehr anregen möchte, dem guten Beispiel der fünf Jungs - Männer - zu folgen, die gestern ihr Golfsaufspiel in meine Kneipe brachten.

Die Regeln sind entsprechend: 
1) man hat in jede Kneipe zu gehen, die auf dem Weg liegt,
2) eine Runde Bier wird bestellt,
3) es wird gewürfelt: bei 1 bis 5 Augen muss man sein Glas in 1 bis 5 Zügen leeren, wer eine 6 würfelt, darf sich zwar entsprechend Zeit lassen, muss aber als Strafe einen Kurzen trinken,
4) wohin es weitergeht, wird auch gewürfelt; an jeder Kreuzung den Straßenbegebenheiten entsprechend links/rechts/zurück/nochmal würfeln/ins Taxi und dergleichen,
5) wer sein Bier in weniger Zügen als vorgeschrieben austrinkt, bekommt Punkte gut geschrieben.

Simpel, oder? Das Geheimnis war schnell gelüftet: dieses Spiel stammt aus Mallorca... verwundert nicht, macht aber nichts. Ich persönlich finde die Kultivierung derartiger Unterfangen in Frankfurt gar nicht schlecht. Dementsprechend: packt Würfel und Zettel ein und auf geht's!

Freitag, 14. September 2012

Exenberger

Bruchstraße 14/Ecke Textorstraße (Südbahnhof)
Mo - Sa 11:00 - 23:00, So geschlossen

Erstaunt muss ich feststellen, dass ich bisher noch nie im Exenberger gegessen habe - es war immer voll! Um der Verhungerung vorzubeugen reservierten wir also vorsorglich. Der Laden ist recht klein, unten ist Platz für vielleicht 15 Personen (schlagt mich tot, wenn die Schätzung schief ist) und ein paar Treppenstufen weiter auf der Empore ebenfalls nochmal. Beim Blick in die Karte fällt sofort auf: betrinken werde ich mich hier nicht, die Getränkepreise sind nämlich wirklich ordentlich! Dafür hat das Essen textorstraßengemessen humane Preise. Die Küche geht in Richtung deftig/deutsch mit Frankfurter Einschlag. Groß ist die Auswahl nicht und gerade Vegetarier müssen sich auf eine kleine Karte beschränken, aber es gibt auch noch fünf Tagesgerichte an der Tafel (in dem Fall zwei Fisch-, zwei Fleisch- und ein vegetarisches Gericht). 
Bestellen muss man unten an der Theke (mal wieder, das kennt man ja aus vielen Läden inzwischen). Mein Freund und ich wählen zwei Sauergespritzte, die es leider nur in klein (also 0,25l á 1,70 € und nicht 0,3l wie in Apfelweinwirtschaften, wozu das Pendant definitiv das 0,5l-Glas ist) gibt. Wir bekommen ein Schild mit unserer Tischnummer für den heutigen Abend: bestellt wird zwar unten, geliefert wird aber trotzdem. Der Laden ist klein genug, dass man das System ändern könnte, aber nun gut. Als wir nach einiger Zeit unsere Schoppen immer noch nicht bekommen haben und inzwischen zu dritt sind, wird uns ein 4er Bembel (6,80 €) mit Flasche Wasser (4,70 € - uff!) empfohlen. An Speisen wählen wir das Frankfurter Schnitzel (8,90 €), Spirellinudeln mit Haschee (7,30 €) und von der Wochenkarte Semmelknödel mit Pfifferlingen in Rahm (9,90 €). Die Speisen sind, anders als unser Trinken zuvor, im handumdrehen da. Auf meinem Teller sind zwei kleine Schnitzel mit Kartoffelscheiben mit Schale und Grüner Soße in einem Schälchen seperat. Die Schnitzel sind zwar ein gutes Stück kleiner als in einer traditionellen Frankfurter Wirtschaft, aber das ist auch ganz gut so, da man gar nicht in Versuchung kommt, sich zu überessen. Die Grie Soß' ist gut, die Schnitzel auch genau wie die Kartoffeln, alles nicht ausgefallen, aber gut. Auch die Semmelknödel sind okay, aber der Rahmsoße fehlt Pfiff - an Pfifferlingen hingegen wurde nicht gespart. Das Haschee schmeckt auch, ist nur persönlich nicht mein Fall. Alles ist ziemlich mächtig, aber lecker. Zum Glück lassen wir Platz für den Nachtisch, Marillenknödel (mit Semmelbröseln marinierter Knödel mit Fruchtfüllung) und Schokopudding mit Vanillesoße für je 2,50 €. Der Schokopudding ist gut, aber wenig und nichts besonderes, der Marillenknödel hingegen ist wirklich super - auch wenn der eine etwas angebrannt war - !
Im Allgemeinen ist das Exenberger eine nette Kneipe. Man sitzt auf Dauer etwas unbequem auf den Holzhockern, aber wer's nicht im Kreuz hat, kommt auch damit zurecht. Der Service ist okay, weder besonders freundlich noch besonders unfreundlich.
Bezahlt wird wieder unten an der Theke. Erst später, als wir lange weg sind, die unangenehme Überraschung: die zwei zu Beginn bestellten Apfelwein, die wir nie bekommen haben, stehen auch auf der Rechnung. Das müsste nicht sein.


Fazit: Die Getränkepreise lassen einen echt schlucken und das mit dem an der Theke bestellen finde ich persönlich eh doof, das Essen ist nicht außergewöhnlich, aber gut. Ich komme wieder und überprüfe beim nächsten Mal direkt meinen Beleg.