Freitag, 1. November 2013

Alles rund ums BAföG an der Goethe-Uni

Die erste Frage lautet natürlich: Steht mir BAföG überhaupt zu? Generell ist empfehlenswert, sich mit dem kompetenten Team der Uni Frankfurt auseinanderzusetzen, das immer noch sein Büro auf dem Campus Bockenheim hat (siehe Kasten). BAföG kann in erster Linie jeder erhalten, der immatrikuliert und unter 30 Jahren ist, auch Kinder reicher Eltern haben nach Erlöschen der Unterhaltungspflicht eine Chance darauf. Es gibt außerdem Sonderfälle: Wer über 30 und mit eigenem Kind ist oder gerade sein Abi nachgeholt hat, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen.
Den Antrag kann, muss man aber nicht alleine ausfüllen. Dabei wird einem auch gerne geholfen. Der Höchstsatz für Studierende, die noch Zuhause wohnen, liegt bei 422 €, Studenten, die nicht mehr mit den Eltern leben, bekommen bis zu 597 € Unterstützung. Auch Kindergeld und Krankenversicherung kann man beantragen. In Nebenjobs darf man bis zu 4888 € im Jahr verdienen. Wer genauere Informationen braucht, kann sich sowohl im Internet als auch im Service-Center beraten lassen.
In den ersten zwei Semestern kann man sich noch orientieren, soll heißen, in der Zeit darf man sich noch für einen anderen Studiengang entscheiden. Wer in späteren Jahren seine Fachrichtung ändern möchte, muss dies plausibel begründen können. Übrigens hängt der Satz des BAföGs vom persönlichen Einkommen ab, dabei wird neben Konten und Aktien auch der Besitz eines PKWs berücksichtigt. 
Ist der Antrag genehmigt, hat man für die nächsten zwei Semester Ruhe. Dann wiederholt sich das Prozedere – von daher ist es ratsam, alle Formulare und Dokumente zu sammeln. Auch das Einkommen von Eltern bzw. Ehegatten spielen bei der Höhe eine Rolle. 
Während des Studiums muss man entsprechende Leistungsscheine vorweisen können. Nach Ende der Regelstudienzeit hat man fünf Jahre Zeit, die Hälfte, sprich das unverzinste Darlehen, zurückzuzahlen. Egal, wie hoch dies im Endeffekt ist, muss man aber nicht mehr als 10.000 € begleichen. Wer auf einen Schlag alles erstatten kann, spart 2850 € und bezahlt entsprechend nur 7150 €. 
Für Studenten, die in der Phase der Abschlussarbeit stecken, gibt es die spezielle „Studienabschlussförderung“. Dieses Bankdarlehen ist zwar verzinst, ermöglicht dem Studenten aber, sich uneingeschränkt auf die Magister-, Master oder Diplomarbeit vorzubereiten. Die Förderung wird erst nach vier Semestern, in dem Fall aber gänzlich, schrittweise abbezahlt.


3 Tipps von Hubert Hassenteufel, BAföG-Experte
1.  Immer beraten lassen! Dies ist mit Abstand der wichtigste Rat, denn es gibt zahlreiche Schlupflöcher, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Auch im Falle, dass die Eltern geschieden sind oder den Unterhalt nicht zahlen möchten, hat es verschiedene Reglungen, um den Studenten den Studienbeginn zu erleichtern. Für eine individuelle Beratung bei Erstantrag steht das Expertenteam gerne zur Verfügung.
2.   Im Internet recherchieren – auf der Site bafoeg.bmbf.de oder bafoeg-rechner.de kann man sich anhand des Einkommens der Eltern ausrechnen, ob man BAföG berechtigt wäre oder nicht. Bei einem negativen Ergebnis gilt Tipp 1 nach wie vor – Ausnahmen gibt es immer.
3.   Wer immer noch Zweifel hat, dem sei die übersichtlich strukturierte Site des Studentenwerks (studentenwerkfrankfurt.de) ans Herz gelegt, auf der man Beratungsstellen der Goethe-Uni samt Formulare und Tipps findet.

Beratungszentrum:
ServiceCenter, EG
Bockenheimer Landstraße 133
60325 Frankfurt

Mo–Do 10:00–15:00


Keine Kommentare: