Dienstag, 5. November 2013

Zum dicken Fritz

Mainkurstraße 6 (U4 Bornheim Mitte)
Mo-So 11:00-15:00, 18:00-23:00 Uhr (Dienstags abends geschlossen)


Da läuft man täglich an einer Kneipe vorbei und geht doch nicht rein. Der dicke Fritz wirkt von außen wie eine Altmännerkneipe mit zahllosen Karten und Tafeln und blickdichten Fenstern. Aber das muss ja nichts heißen, gutbürgerlich und alteingesessen schmeckt hervorragend, wenn man die Kunst des Kochens beherrscht. Also nichts wie rein, endlich mal.
Der Gastraum ist größer, als er von außen den Anschein macht, allerdings so altbacken wie erwartet. Und fast komplett leer, aber es ist ja Montag. IKEA-Schränke reihen sich an trashige Bilder und nach wie vor unzählige Tafeln, die unzählige Essen verkünden. Entsprechend ist auch die Speisekarte sehr umfangreich und vor allem fleischlastig. Außer Grie Soß' und Maultaschen finden Vegetarier hier nichts. Der knorzige, aber trotzdem freundliche Wirt bringt uns gemütlich die Apfelschorle (0,4 l zu 3,00 Euro) und das Karamalz (0,5 l Flasche für 3,30 Euro), das er in ein Glas einschenkt.
Zum Essen wählen wir Wiener Schitzel vom Kalb (11,50 Euro) mit Bratkartoffeln und Züricher Geschnetzeltes (11,70 Euro). Die Beilagensalate, die zuerst gebracht werden, haben eine säuerliche Sahnesoße, geraspelte Karotten und Kohlrabi. Sie sind vollkommen okay, mehr aber auch nicht. Leider sind die Hauptgerichte dann so, wie die Kneipe wirkt - also doch kein Geheimtipp, den man längst hätte entdecken sollen. Das vermeintliche Wiener Schnitzel besteht statt aus einem dünn geklopften Stück mit krustiger Panade aus drei dicken Scheiben mit abbröckelnder Panade. Die Bratkartoffeln hingegen sehen recht gut aus und sind auch durchaus knusprig. Das Geschnetzelte ist schlicht und ergreifend eine Katastrophe. Die Portion ist zwar riesig, aber außer den Spätzle, von denen ich stark vermute, dass sie nicht hausgemacht sind, ist nichts davon genießbar. Das Fleisch hat einen merkwürdigen Geschmack, der unwillkürlich an Antibiotikamassenhaltungstiere denken lässt, die Champignons sind passabel, haben wohl aber auch schon bessere Tage hinter sich, und die Sahnesoße wirkt wie Tütenpulver, das mit Wasser aufgegossen wurde.

Fazit: Schade, war nichts. Es gibt hier auch Seniorenteller für 5,50 Euro - sollte ich hier jemals wieder essen, dann vorsichtig eine kleine Portion.

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