Mittwoch, 27. August 2014

Veranstaltungstipp: Closing Party Frida

Wo? Frida, Friedberger Landstraße 116
Wann? Samstag ab 21:00 Uhr
Facebook


Die Frida macht zu - und das schon in Bälde. Aber der Untergang wird gebührend gefeiert, los geht's am Samstag:

Ja, ja... kein langes gequatsche an dieser Stelle...

Frida macht dicht... Habt Ihr ja bereits gelesen...
Bevor ich sentimental werde.... kommen wir zum ersten von fünf Abschiedsnächten...


Verantwortliche für den Untergang in dieser Nacht:

And Mag (KönICHreich)
Marcel Yama (KönICHreich / Monolith)
Yong am Ufer (Monolith)

Um 21h machen wir wie immer auf. Ab 22h beginnt das Wummern der Bässe (seid euch sicher)....

Techno bis zum umfallen, Frida in ihren letzten Atemzügen...

Kommt rum, den es ist einer der letzten Momente...

Genießt es so lange klein Fridalein noch offen ist...

...so steht es bei der Eventseite auf Facebook

(C) Könichreich

Dienstag, 26. August 2014

Was ich las


Jonathan Franzen - Freiheit

Ich verneige mich vor dem Meister. Ich kann gar nicht sagen, ob "Die Korrekturen" oder "Freiheit" besser ist, beide Romane sind wirklich genial. "Character is plot", sagte mein geliebter F. Scott Fitzgerald einst und keiner weiß besser als Franzen, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen. Und alle sind sie zutiefst verkorkst, aber trotzdem von einer Art eigenen Moral angetrieben. Da wäre Patty, die sich in jungen Jahren für den bodenständigen Walter Berglund und gegen seinen besten Freund, den Rockstar Richard, entscheidet. Patty wirkt auf ihre Nachbarschaft wie eine zurückgezogene, aber brave Hausfrau, aber diese Fassade bekommt schnell tiefe Risse. Ihr Ehemann unterdessen, der sich schon immer für die Umwelt eingesetzt hat, wird immer radikaler: Er will die Überbevölkerung bekämpfen, damit nicht sämtliche Ressourcen verbraucht und die Natur ausgebeutet werden. Dabei übersieht er aber, dass die Überbevölkerung weniger dem Nachwuchs anstatt der Überalterung der Gesellschaften geschuldet ist. Richard unterdessen bringt die Ehe der beiden ins Wanken. Und Joey, der Sohn der Berglunds, wächst zu einem konservativen Knacker heran und entwickelt sich zum klaren Gegenteil seines Vaters.
"Freiheit" ist ein großartiger Gesellschaftsroman, der seine Charaktere samt Entwicklungen und vor allem Fehltritten über Jahrzehnte hinweg begleitet. Einzig die letzten hundert Seiten, die aus der Geschichte "ein rundes Ding" machen, hätten etwas kürzer ausfallen können. Nichtsdestotrotz ist das ein wirklich lesenswerter Roman, der detailgetrau seine Protagonisten schildert und dabei nie langweilig wird.
5/5


Karine Tuil - Die Gierigen

Samir, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, Samuel, der erfährt, dass er adoptiert wurde, und Nina, Samuels Freundin, wachsen miteinander auf. Als Samuels Eltern sterben und er sich um die Beerdigung in Israel kümmern muss, beginnen Nina und Samir eine heimliche Affäre miteinander. Trotzdem entscheidet sich Nina für Samuel. Zwanzig Jahre später wohnen Nina und Samuel in Armut in einem Pariser Vorort, während Samir als Sam in die High Society New Yorks aufgestiegen ist. Doch Sams Erfolg steht auf wackeligen Beinen: Er hat sich Samuels Vergangenheit bedient, um eine falsche Identität aufzubauen. Als sich die drei wiedersehen, verlieben sich Samir und Nina erneut ineinander.
Karine Tuil ist ein recht spannender Gesellschaftsroman gelungen, der zwischen New York und Paris spielt. Ein großer Wermutstropfen ist, dass sowohl Samir als auch Samuel eine eigene Geschichte und Persönlichkeit haben, während Nina knapp 500 Seiten lang immer nur das "Anhängsel von" ist. Davon abgesehen ist "Die Gierigen" ein spannender Roman über Intrigen, Lügen, Liebe und Fremdenfeindlichkeit.
4/5


Meg Wolitzer - Die Interessanten

Und noch ein Gesellschaftsroman, der mehrere Jahrzehnte umfasst: In einem Camp für kreative Jugendliche lernen sich Jules, Ashley, Goodman, Ethan, Jonah und Cathy kennen. In versuchter Selbstironie nennen sie sich "Die Interessanten", aber wenn sie ehrlich sind, dann finden sie sich auch ganz schön interessant. Als Cathy Goodman der versuchten Vergewaltigung anklagt, zerbricht die Gruppe. Und als Erwachsene müssen sie feststellen, dass Talent nicht gleich Talent ist und dass wahres Talent noch lange nicht auch zu wahrem Erfolg verhilft.
"Die Interessanten" ist ein interessanter und gut lesbarer Roman. Das Zitat aus der New York Times auf dem Umschlag, das Buch würde sich zwischen Jonathan Franzen und Jeffrey Eugenides positionieren, kann ich nicht gänzlich unterstützen. Vor allem die heimliche Hauptperson Jules ist in ihrer Unreife und dem ewigen Neid auf ihre beste Freundin Ashley bis ins hohe Alter recht nervig. Nun macht einen guten Roman natürlich nicht aus, sympathische, sondern vielmehr realistische Charaktere zu zeichnen, trotzdem ist Jules stellenweise zu anstregend. Wer darüber hinwegsehen kann, dem empfehle ich "Die Interessanten" aber wärmstens.
4/5


Jonathan Lethem - Motherless Brooklyn

Ich gebe zu, ich habe ein Faible für Romane, die in New York spielen. "Motherless Brooklyn" allerdings gehört nicht in meine Bestenliste. Ein Kleinganove holt sich vier Jugendliche aus dem Waisenhaus, die ein bisschen Drecksarbeit für ihn erledigen sollen. Zwanzig Jahre später sind die vier immer noch seine hörigen Untertanen, bis ihr großes Idol plötzlich umgebracht wird. Und schwuppdiwupps arbeiten die vier gegeneinander, obwohl doch alle herausfinden möchten, wer hinter dem Mord steht. Der Roman wird in Ich-Perspektive von Lionel, dem wohl Intelligentesten der Jungs, erzählt. Lionel leidet am Tourette-Syndrom (warum nicht mal einen Protagonisten mit Tourette beschreiben?), was im Buch einerseits zu einigen witzigen Szenen führt, oft aber auch etwas anstrengend zu lesen ist. Auch der ganze Plot um den Mord ist nur semi-interessant. Und somit ist "Motherless Brooklyn" vollkommen okay, muss man aber nicht gelesen haben.
2/5


J.M. Coetzee - Youth

Der kurze Roman des südafrikanischen Schriftstellers handelt von einem jungen Studenten, der Anfang der 1960er in Südafrika lebt. Eigentlich möchte er Literat werden, also beschließt er, nach London zu gehen, um dort Inspiration zu finden. Schnell aber kommt er unter die Räder: Er versackt bei einer Computerfirma und arbeitet nur noch, um zu überleben.
Mein Urteil fällt hier ähnlich wie bei Jonathan Lethem aus: Kann man lesen, aber wer's nicht tut, verpasst auch nicht groß was. Der Protagonist ist ein unsympathischer Ignorant, den die Rassenunruhen in seinem Land kalt lassen und der aus einer verqueren Idee und nicht aus innerem Antrieb Künstler werden möchte. 
Das Interessanteste ist der Schluß, als plötzlich eine Art von Reflektion einsetzt: "Now he is not a poet, not a writer, not an artist. He is [...] a twenty-four-year-old computer programmer in a world in which there are no thirty-year-old computer programmers." Sein Arbeitskollege, Ganapathy, verhungert, da er nicht weiß, wie er sich Essen zubereiten soll (äääh??) und so endet der Roman mit den Sätzen: "One of these days the ambulance men will call at Ganapathy's flat and bring him out on a stretcher with a sheet over his face. When they have fetched Ganapathy they might as well come and fetch him, too."
2/5


Haruki Murakami - Naokos Lächeln

Ich persönlich habe bis dato noch nie etwas von Murakami gelesen und war jetzt mal neugierig, wie Romane des so beliebten japanischen Schriftstellers wohl sind. In "Naokos Lächeln" geht es um Toru, der in den sechziger Jahren in Tokyo studiert, aber genau wie J.M. Coetzees Held kein Interesse an der Politik oder der Gesellschaft zeigt. Er ist einerseits ewig verliebt in die schweigsame Naoko, die in eine Art Hippie-Klapse für Gutbetuchte abtaucht und lernt dann Midori kennen, die ihn aus seiner Lethargie reisst.
Sagen wir's so: Ich würde erneut einen Roman von Murakami in die Hand nehmen, so ganz überzeugt hat mich dieser aber nicht. Es liegt an dem Stil, der sehr direkt die Ereignisse erzählt, sich aber keine Zeit für Reflektionen nimmt. Und so wirklich fesselnd war die Geschichte auch nicht. Wer eine freundliche Sonntagnachmittaglektüre, eine hübsche Liebesgeschichte sucht, sollte zu einem anderen Roman greifen, denn stolze vier Suizide gibt es in "Naokos Lächeln", alle mehr oder weniger ohne erkennbaren Grund.
3/5

Montag, 25. August 2014

Veranstaltungstipp: Buchpreis-Überraschungslesung am 8. September

Wann? 8. September, 19:00 Uhr
Wo? Zwillingstürme Deutsche Bank
Wieviel? Umsonst
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Die Nominierungen für die Longlist des Deutschen Buchpreises sind raus - und am 8. September kommt eine/r der KandidatInnen in die Türme der Deutschen Bank für eine Überraschungslesung. Einfach anmelden:

Frankfurter, aufgepasst! Ein nicht alltäglicher literarischer Abend erwartet euch am 8. September: Eine Kandidatin oder ein Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2014 liest in den Zwillingstürmen der Deutschen Bank aus seinem Werk. Die Besonderheit: Ihr erfahrt erst vor Ort, um welchen der zwanzig nominierten Autoren und Autorinnen es sich handelt. Der Eintritt ist kostenlos, um Anmeldung per E-Mail an die Deutsche Bank Stiftung (office.dbstiftung@db.com) bis zum 1. September wird gebeten. Wir freuen uns auf euer Kommen!
facebook.com/DeutscherBuchpreis
(C) Deutscher Buchpreis

Fischer-Stube einst

Im Rahmen der Bahnhofsviertelnacht betrat ich eine Galerie neben dem Herzen Afrikas (müsste die dam gallery gewesen sein), in der es einige vorher/nacher-Photos aus dem Bahnhofsviertel gab, unter anderem auch zur Fischer-Stube, deren Schild seit Ende letzten Jahres in alter Pracht wieder in der Moselstraße zu sehen ist.


So sah das also mal aus:


Sonntag, 24. August 2014

Gedanken gefunden!

Aha! Im Blog von Sputnik Sweetheart kommen wir der Auflösung zu den verlorenen Gedanken schon näher.

Fünf unterschätze Lieder von Nirvana

(C) Irgendwer, ich net

Der gute Kurt Kobian, wie ich ihn früher nannte, weilt nun geraume Zeit nicht mehr unter uns - ich wette, heute sähe er aus wie eine krude Mischung aus Mick Jagger, Steven Tyler und Iggy Pop.

Viele Lieder von Nirvana sind heute noch bekannt, vielleicht nicht irgendwelchen H&M-Nirvana-Smiley-tragenden Tusen, aber jedem, der ein bisschen Ahnung von Musik hat schon. Aber es gibt in dem überschaubaren Œuvre dennoch ein paar Songs,die mehr Aufmerksamkeit verdienen, als sie je bekommen haben.


Bleach

Bleach ist Nirvanas erstes Studioalbum, das im Jahre 1989 bei SubPop veröffentlicht wurde, noch mit Chad Channing am Drums. Außer About A Girl, Love Buzz und School sind die Lieder um einiges schwerer und düsterer als von den nachfolgenden Alben. Die zwei Songs, die ich hier vorstelle, sind aber nicht anstregend schrammig, wie man erwarten könnte (wie beispielsweise Negative Creep, das ich gar nicht leiden kann), sondern einfach: schwer und düster.

1) Paper Cuts

Man stelle sich vor: Aberdeen in Washington State, hohe, dünne Bäume en masse, moderndes Laub am Boden, es ist immer dunkel, diesig, nieselig und die Gegend spärlich besiedelt. Wir befinden uns im Sumpf der 1980er Jahre, aber eigentlich steht seit fünfzig Jahren die Zeit still. Also, so stelle zumindest ich mir das Setting vor. Da kann man ja nur diese Musik machen.
Die Geschichte zu Paper Cuts muss ich aus dem Kopf erzählen, also nagelt mich nicht auf Details fest: In Kurt Cobains Nachbarschaft haben Eltern ihre zwei Kinder in ein Zimmer gesperrt, die Fenster waren zugenagelt, Zeitungen dienten als Toilette und zwei Mal täglich warfen sie den Kindern Essen in ihr Verlies. Genug Inspiration für dieses Lied - man beachte den Text.

2) Sifting


Ebenfalls auf Bleach befindet sich Sifting, bei dem die ursprünglich aufgenommene Drumsspur gelassen wurde, da Dale Crover (von den Melvins) härter spielen konnte als Chad Channing. Während mir die Strophen nicht übermäßig zusagen, finde ich den Refrain, der nur aus einem genuschelten "Don't have nothing for you" besteht, total hypnotisch.


Incesticide

Kann auch nicht jede Band: Die 1992 veröffentlichte Platte ist kein Studioalbum, sondern eine Zusammenstellung aus B-Seiten und Outtakes aus nur wenigen Jahren (1988-1991) Bandgeschichte und trotzdem ein phantastisches Album.

3) Big Long Now


Mit dem Lied wird's nicht wirklich fröhlicher, es geht sogar noch eine Spur depressiver als zuvor. Macht nichts, der Gesang des guten Kurts ist magnetisierend (ich mag diese Superlative eigentlich nicht, aber hört doch mal rein!). Das Lied wurde zwischen den Jahren 1988/89 aufgenommen und ist mit Chad Channing am Drums. Laut der sehr zuverlässigen Website LiveNirvana.com gibt es keine Liveaufnahmen von Big Long Now.


In Utero

Da isses schon, das dritte und zugleich letzte Album von Nirvana, das im Herbst 1993 auf den Markt kam. Für mich ist es eine gelungene Weiterentwicklung aus Bleach und Nevermind: Die Lieder sind nicht mehr so schwer zugänglich wie auf der ersten Platte, aber auch nicht mehr so poppig und radiotauglich wie auf Nevermind.

4) Milk It


Milk It ist auch kein wirklich fröhlicher Song, aber hey, wir reden hier halt von Nirvana. Zumindest ist er um einiges energiegeladener als die oberen drei, auch wenn der Refrain (angelehnt an Always Look on the Bright Side of Life?) auf die schönen Seiten des Suizids verweist. Mir persönlich gefällt der mehrfach Rhytmuswechsel zwischen fast gesprochenen Zeilen und dem stark gitarrenlastigen Chorus sehr gut.


With The Lights Out

Die große Compilation, bestehend aus drei CDs und einer DVD, wurde im Jahre 2004 veröffentlicht.

5) Sappy


Sappy, vor dieser Zusammenstellung auch bekannt als Laundry Room oder Verse Chorus Verse, war früher nur auf zahlreichen Bootlegs erhältlich. Das Lied datiert zurück auf die Anfangszeiten von Nirvana. Sappy ist der poppigste Song in meiner kleinen Liste, macht aber auch Spaß!

Samstag, 23. August 2014

Zaragoza Street Art (und so)

Lange waren wir nicht mehr um die Welt mit den Posts!

Hier ist Teil 1 der Zaragoza-Serie

Ein bisschen Street Art und andere Skurrilitäten gibt es auch hier:



Watching you

"KFC"

Das ist besonders creepy: "Sei bereit, denn... du wirst nicht entkommen!!!!"

Optimale Verwendung der zwei Stierhörner


Deutschland: Dresden, Berlin I | II | III | IV | V | VIVII | VIII | IX | X
England: London I  II | III
Frankreich: Paris
Niederlande: Amsterdam I | II | III | IV | V | VI | VII
Portugal: Porto I | II | III | IV | V | VI
Schweiz: Basel
Belize: Belize City 
Guatemala: Flores, Tikal, Antigua, Pacaya

Freitag, 22. August 2014

Bahnhofsviertelnacht 2014: Kontaktladen Moselstraße 47

Ich stehe der Bahnhofviertelnacht ja sehr zwiegespalten gegenüber: Im Epizentrum (also vor Yok-Yok und Plank) mit tausend anderen Leuten zwischen leeren Bierflaschen rumstehen hat schon vor Jahren jeglichen Reiz verloren, dafür aber besuche ich gerne Einrichtungen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt.

Dieses Jahr machte ich die Tour des Kontaktladens mit medizinischer Ambulanz in der Moselstraße 47 mit lauter Ü50-Muddis aus MKK mit, die sich einmal im Jahr ins Bahnhofsviertel trauen.
Im Kontaktladen, den es seit 1990 gibt, können Drogenabhängige benutzte Spritzen gegen neue tauschen, außerdem gibt es ein Café, in dem kleine Speisen und Kaffee angeboten werden. Bevor es die Einrichtung gab, gingen Sozialarbeiter mit einem Bauchladen in die Taunusanlage, um sauberes Besteck zu verteilen.
Seit 2002 gibt es die Fegerflotte, deren Hauptaufgabe darin besteht, Spritzen (aber auch anderen Müll) von den Straßen zu sammeln, außerdem verteilen sie aufklärende Aufkleber an KiTas und Schulen in der Gegend. In zwei Schichten, einer Früh- und einer Spätschicht, läuft die Fegerflotte durch das Bahnhofsviertel. Die erste Schicht startet schon um 7:00 Uhr, noch bevor die meisten Geschäfte öffnen. Die Spritzen werden in einem speziellen Eimer gesammelt, der samt Inhalt verbrannt  wird - im Sommer kommen zwischen 800-1200 Spritzen im Monat, im Winter ungefähr 300 zusammen. Natürlich können Anwohner, die benutzte Drogenutensilien finden, auch anrufen, damit diese fachgerecht entsorgt werden.
Finanziert wird die Einrichtung hauptsächlich durch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt. Die Mitarbeiter der Fegerflotte verdienen 150 € im Monat, bekommen eine Monatskarte und kostenlos Essen im Café.
Auf der kleinen Tour, die wir danach durch die Niddastraße und einen Teil der Taunusanlage, fanden die drei Männer der Fegerflotte, die uns begleiteten, rund 15-20 Spritzen.



Donnerstag, 21. August 2014

Frankfurt frühstückt im... Nordlicht

Nordend, Koselstraße 2-4
Öffnungszeiten: Di-Do 08:00-00:00, Fr 08:00-01:00, Sa 09:00-01:00, So 09:00-18:00 Uhr

Nachdem es jahrelang "in" war, seine Kneipen mit einem (dem eigenen) Namen zu versehen und den auf amerikanische Art (also mit dem von mir verhassten Apostroph-s) zu schreiben, besinnen sich die Neueröffnungen auf die deutsche Sprache zurück und heißen jetzt gerne nach zusammengesetzten Substantiven, die Emotionen wecken, Sehnsucht evozieren sollen: Nordlicht, Mondnacht... fehlt nur noch die Abenddämmerung.

Das Interieur des Nordlichts am Friedberger Platz ist in Blautönen gehalten, dadurch fehlt dem Lokal aber etwas an Wärme - das reisst die Sofasitzecke nur bedingt raus. Auf einem Tisch liegen die FR und die Bild (uff), Zeit, FAZ und SZ sind Fehlanzeige, dafür gibt es zahlreiche Zeitschriften, bei denen getrost Gala und Kicker zu den "intellektuellsten" gezählt werden dürfen.
Die Speisekarte  ist sehr umfangreich, ebenso die Frühstückskarte, bei denen alle Gerichte nach bekannten Comic-, Buch- und Zeichentrickfiguren benannt sind. Wir wählen Donald Duck (2 Brötchen, Marmelade, Ei, Salami, Putenbrust, Käse) und Pinocchio (2 Brötchen, Mozzarrelle&Tomaten, Hongimelone&Parmaschinken, Ei, Oliven, Cambozola). Die "mittel" bestellten Eier sind zwar steinhart, sonst machen die Teller auf den ersten Blick einen recht guten Eindruck. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass vieles lediglich Deko ist. Während Donald Duck noch vollkommen okay ist, enttäuscht Pinocchio doch sehr: Die Oliven sind fad, der kleine Salat aus Mini-Mozzarrella und Tomaten zwar nett, aber wenig und auch die Gurkenstifte sättigen nicht sonderlich. Was erst wie ein üppiges Frühstück klang, entpuppt sich schnell als Nullnummer, denn von den vier Brötchenhälften, die man de facto in der Hand hat, kann nur eine mit dem Käse belegt werden - 1,5 Brötchen bleiben trocken. Auch bei der Melone hat sich die Küche keine Mühe gegeben, denn die Schale ist noch dran und muss selbst geschnitten werden. Und das bei dem Preis!

Fazit: War alles irgendwie okay, aber muss echt nicht. Hunger!


Kosten für ein (kleines) Frühstück zu zweit: 26,50 €: Cappuccino (2,60 €), Milchkaffee (2,80 €), Donald Duck (7,50 €), Pinocchio (8,50 €), Fritz Kola 0,2 l (2,60  €), Orangensaft 0,2 l (2,50 €)




Veranstaltungstipp: Wiedereröffnung Orange Beach

Wann? 26. August

Nachdem zu Beginn des Jahres das beliebte Orange Beach am Mainufer abgebrannt wurde, konnte der Betreiber dank der Unterstützung von zahlreichen Helfern zur WM den Betrieb im neu aufgebauten "zweitschönsten Versteck unter der Sonne" wieder aufnehmen - und jetzt steht auch der Termin für die offizielle Wiedereröffnungsparty fest. Von der Facebook-Seite des Orange Beachs:

Soooo meine Lieben, jetzt ist es endlich soweit!!! Die offizielle Wiedereröffnung wird am Dienstag, 26.08. statt finden. zu diesem Anlaß werden die "Flying Bananas" auftreten und wir werden für die Sporthilfe eine Spendenbox aufstellen. Ich heiße alle Freunde herzlich willkommen, insbesondere die, die mir so zur Seite gestanden haben, wie z.B. die Nightskater Ich freue mich auf diesen Tag und Euch zu sehen, Olaf

Mittwoch, 20. August 2014

Sonntag, 17. August 2014

Im Herzen Afrikas

Bahnhofsviertel, Gutleutstraße 13 (U-Bahn Willy-Brandt-Platz)
Öffnungszeiten: Mo-Sa 18:00-01:00, So 16:00-22:00 Uhr
Homepage / Facebook


Das Herzen Afrikas gehört seit vielen Jahren zu DEN Dauerbrennern in der Frankfurter Gastronomie und ist auch wirklich immer voll belegt - selbst an einem gewöhnlichen Montag Abend ist es schwierig, noch einen Platz zu bekommen. Das freundliche und aufmerksame Team ist aber durchaus gewillt, zu improvisieren und erweitert mit einem kleinen Tisch und Hockern einfach die Terrasse für uns. Wer drinnen sitzt, den trifft es auch nicht schlecht: Der Boden des Restaurants ist mit Sand bedeckt, niedrige Tische, Kissen und der Mangel an Fenstern tragen zu einer gemütlichen, höhlenartigen Atmosphäre bei.

Die Guaveschorle (3,00 €) ist eher unspektakulär (nächstes Mal doch lieber Mango!), dafür wird der tansanianische Schwarztee in einem hübschen, gusseisernen Kännchen und mit Kandiszucker serviert. Beim Essen müssen wir nicht lange überlegen: Es soll die gemischte Platte, quasi einen afrikanischen Tapasteller, für einen Zehner pro Kopp geben. Auf der Variante für zwei Personen findet sich einiges. Der Eisbergsalat hat ein dezentes, schmackhaftes Dressing, ist wie Eisbergsalat aber so ist - etwas langweilig, da überzeugt der milde Spinat schon mehr. Nicht wirklich unser Fall ist Alicha, Kartoffeln, Karotten und Paprika, da das Gericht erstaunlich nichtssagend ist (das bekommt auch ein Hobbykoch hin), dafür aber ist Timtimo, würzige Linsen in Tomatensoße, ein echter Kracher. Auch das zugleich zarte wie herzhafte Lammfleisch überzeugt und das scharfe Dorho, Hähnchen in Tomatensoße ist der heimliche Sieger des Abends. Dazu gibt es eine Menge Fladenbrot aus Sauerteig, denn im Herzen Afrikas ist - ganz authentisch - Handarbeit gefragt. Dank der Tücherbox und einem großen Waschbecken im Innenraum gegenüber der Theke ist mit den Händen essen aber eine spaßige Angelegenheit.
Pappsatt bestellen wir den Joghurt mit Couscous (wahlweise mit oder ohne Rosinen) für 2,90 €, der allerdings weniger spannnend ist, als er klingt - es handelt sich nämlich um einen gewöhnlichen Joghurt, dem Couscous beigegeben wurde. Beim nächsten Mal bleiben wir bei den Hauptspeisen, die sind nämlich mit kleinen Abstrichen wirklich empfehlenswert - und günstig allemal! (Auch das Ful, Bohnen, Paprika und Feta, habe ich in sehr guter Erinnerung.)




Samstag, 16. August 2014

Zettelwirtschaft Frankfurt

Ob das Werbung ist?
Fundort: Nähe Friedberger Platz


Notes of Frankfurt:
Bei dieser Liebesgeschichte hätte ich gerne ein Update
Auch in Hamburg wurde jemand gesucht
Und da war noch der traurige junge Mann
Bubi, verzeih!

Mittwoch, 13. August 2014

Videos zur Bahnhofsviertelnacht

Kurzes (sehr glorifizierendes) Video über unseren "Kiez" gibt es von Vier für Texas, unter anderem werden Amelie Persson, der Betreiber der Bar Pracht und ein Türsteher der Pik Dame interviewt.

http://vimeo.com/101630265


Um einen eher humoristischen Ansatz bemüht sich die Stadt Frankfurt - "Please listen carefully!" ...und jetzt Schuhe shoppen gehen?

https://www.youtube.com/watch?v=FKtA9uq6VGs

Dienstag, 12. August 2014

Säuberungswahn

Gesehen in der Mainkurstraße

Passend dazu: Artikel aus der Rundschau vom 29.07.

Randbemerkung: Die RAF scheint sich im Karré Nordend-Ost/Bornheim offensichtlich an neuer Beliebtheit zu erfreuen.




Montag, 11. August 2014

Veranstaltungstipp: Finissage City Ghosts im Obscura

Wo? Obscura, Glauburgstraße 16
Wann? Freitag, 15. August ab 20:30
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Alles hat ein Ende... kommenden Freitag ist Finissage der City Ghosts im Obscura-Friseur im Nordend. Dabei gibt es Musik von S.E.B., einen Pop-up-Store von Stoff aus Frankfurt (die auch mit SPOT a.k.a. City Ghost kollaborierten) und wat zum picheln natürlich auch!


(C) City Ghost

Dienstag, 5. August 2014

Straßenfestguide

Kalender und Stifte gezückt (oder eben das Smartphone)!


08.-13. August: Bernemer Kerb

Die Kerb ist neben dem Sachsenhäuser Brunnenfest (übrigens vom 15. bis 18. August) das traditionsreichste Straßenfest Frankfurts. Zu den Highlights gehört jedes Jahr das Kerbebaum einholen (für Frühaufsteher am Samstag um 6 Uhr) und der Festumzug durch die Straßen Bernems, ebenfalls Samstag ab 17 Uhr.
Das gesamte Programm gibt's hier.

 
 
21. August, 19:00-23:00 Uhr: Bahnhofsviertelnacht
 
Leider ist die Bahnhofsviertelnacht immer total überlaufen, trotzdem lohnt es sich, hinzugehen: Viele Orte, die normalerweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, bieten in dieser Nacht Führungen an. Immer spannend: Druckräume.
Mehr Infos und alle Läden, die mitmachen, gibt es hier.


 
23. August ab 14:00 Uhr: Koblenzer Straßenfest

Das Koblenzer, organisiert von der SIKS, feiert dieses Jahr sogar einen runden Geburtstag: Bereits zum 10. Mal treffen Nachbarn und Hipster auf dem wohl "coolsten" Straßenfest aufeinander. Wie immer wird es vegane Speisen, einen Fahrradflohmarkt, eine Tombola und Live-Musik geben.




06. September, 11:00-23:00 Uhr: BrückenWall
 
Das BrückenWall im wohl gehyptesten Carré Frankfurts gibt es bereits seit 2007. Fressstände, Livemusik und auch ein Stand meiner Kollegen von x wie raus von Radio X erwarten euch. Und natürlich viele Leute, die euch auf die Füße treten.




13. September, 11:00-24:00 Uhr: Leipziger Straßenfest

Etwas gediegener und - seien wir ehrlich - auch langweiliger mutet das Leipziger Straßenfest an, dafür kann man sich hier noch halbwegs normal bewegen, ohne dass man sich an verschwitzten Menschen langquetschen muss. Mal schauen, ob die FPD wieder pseudo-selbstironische Parolen von sich gibt.
Mehr Infos hier.



20. September, ab 14:00 Uhr: Rotlintstraßenfest

Das wohl nachbarschaftlichste Fest ist das seit Anfang der 1980er von den Grünen organisierte Rotlintstraßenfest, das (wie es sich so gehört) neben den obligatorischen Fressständen auch einen Flohmarkcharakter hat - und natürlich viele linksintellektuelle Lektüre Second Hand.




Damit ist erstmal Sense für dieses Jahr!

Veranstaltungstipp: NO9 MESZ

Wo? Atelier Goldstein, Schweizer Straße 84
Wann? 6.-23. August
Was? Spannung, Spiel und Schokolade
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Neben Klassikern wie der Bernemer Kerb (ab dem 8. August), der Bahnhofviertelnacht (21. August) und dem Museumsuferfest (29.-31. August) gibt es dieses Jahr auch schöne Veranstaltungen wie das Freiluftkino, das am Samstag gestartet ist und dieses bunte Programm des Atelier Goldsteins in Sachsenhausen.


(C) Atelier Goldstein